Ende Juli wurden wir in das Europäische Hauptquartier von Specialized in Holland eingeladen, um uns alle Neuigkeiten für 2017 zu präsentieren. Neben vielen überarbeiteten Modellen, neuen Farben, Ausstattungen und viel Zubehör, erweckte ein Bike ganz besonders unser Interesse – das neue Enduro für 2017.

Specialized Enduro 2017 S-Works
Specialized Enduro 2017 S-Works
Ebenfalls neu als 6Fattie Version
Ebenfalls neu als 6Fattie Version

Die Änderungen? Wie bekannt, kommt das Specialized Enduro in 650b und 29. Neu ist die Variante 6Fattie. Änderungen gibt es bei der Geometrie und man merkt, dass die Differenz zwischen Downhill und Enduro immer geringer wird. Beim Lenkwinkel sind es 66° für das 29er und 65.5° für das 650b. Kettenstreben von 425mm (650b) und 432mm (29 und 6Fattie) versprechen ein agiles Fahrverhalten auf dem Papier. Ebenfalls neu ist das bereits aus anderen Modellen bekannte SWAT Fach im Unterrohr des Rahmens. Ersatzschlauch, Minitool und/oder Banane haben hier Platz und können sicher transportiert werden. In der der Top Version S-Works kommt das Enduro mit komplettem Öhlins Fahrwerk und SRAM´s Eagle 1×12 Antrieb. Das sieht im Stand bereits alles sehr beeindruckend aus und wird noch getoppt von der Farbwahl für 2017, die alles andere als dezent ist.

Geometrie Specialized Enduro 29/6Fattie

Größe S M L XL
Sattelrohr 396 mm 430 mm 468 mm 523 mm
Oberrohr 555 mm 575 mm 600 mm 625 mm
Steuerrohr 95 mm 95 mm 110 mm 125 mm
Lenkwinkel 66 ° 66 ° 66 ° 66 °
Sitzwinkel 76,5 ° 76,5 ° 76,5 ° 76,5 °
Kettenstrebe 432 mm 432 mm 432 mm 432 mm
Tretlager Höhe (29×2.3″) 352 mm 352 mm 352 mm 352 mm
Tretlager Höhe (650×3.0″) 345 mm 345 mm 345 mm 345 mm
Tretlager Höhe (650×2.8″) 339 mm 339 mm 339 mm 339 mm
BB drop 19 mm 19 mm 19 mm 19 mm
Radstand 1159 mm 1179 mm 1205 mm 1231 mm
Reach 410 mm 430 mm 450 mm 470 mm
Stack 609 mm 609 mm 622 mm 636 mm

Geometrie des Specialized Enduro 650B

Größe S M L XL
Sattelrohr 396 mm 430 mm 467 mm 521 mm
Oberrohr 551 mm 576 mm 604 mm 632 mm
Steuerrohr 95 mm 100 mm 115 mm 125 mm
Lenkwinkel 65,5 ° 65,5 ° 65,5 ° 65,5 °
Sitzwinkel 76,5 ° 76,5 ° 76,5 ° 76,5 °
Kettenstrebe 425 mm 425 mm 425 mm 425 mm
Tretlager Höhe (650×2.3″) 345 mm 345 mm 345 mm 345 mm
Tretlager Höhe (650×2.6″) 350 mm 350 mm 350 mm 350 mm
BB drop 10.5 mm 10.5 mm 10.5 mm 10.5 mm
Radstand 1153 mm 1175 mm 1201 mm 1225 mm
Reach 410 mm 430 mm 450 mm 470 mm
Stack 585 mm 690 mm 604 mm 613 mm
SRAM´s Eagle XX1 oder X01, je nach Ausstattung des Enduro
SRAM´s Eagle XX1 oder X01, je nach Ausstattung des Enduro

Doch wie fährt es sich? Sebastian Maag, seines Zeichens Marketingleiter Deutschland, ließ es sich nicht nehmen uns auf der Hausrunde ins Schwitzen zu bringen. Hier wurde uns über Singeltrails, kurze technische Passagen, Wurzeln und Sprünge alles geboten, um erste Eindrücke zu gewinnen. Gierige Moskitos inklusive, zum Leid des Redakteurs.

Öhlins STX für das Heck mit Autosag
Öhlins STX für das Heck mit Autosag
SWAT jetzt auch für das 2017er Enduro
SWAT jetzt auch für das 2017er Enduro

Die Kombination aus 160mm Federweg und 29 Zoll Bereifung ist gelungen und bietet mehrere Vorteile. Wenn man es locker angeht, verleiht sie dem Enduro einen schon fast perfekten Tourencharakter. Geschwindigkeit wird im Nu generiert, kaum Kraft beim Pedalieren im Hinterbau durch Wippen verschwendet. Der Öhlins STX22 am Heck hinterlässt, nicht zuletzt wegen Autosag, einen sehr guten ersten Eindruck. Die Klettereigenschaften sind sehr gut, was unter anderem auf die enorme Bandbreite des 1×12 Antriebes von SRAM zurück zu führen ist. Wir hatten noch nicht so viel Kontakt mit der neuen Gruppe, sind aber bereits jetzt davon überzeugt, dass 1×12 der richtige Schritt in der Entwicklung der 1-Fach Antriebe ist. Aber wie steht es mit der Performance bergab? Hier geht vor allem eins und zwar voller Angriff. Das neue Enduro geht so unverschämt gut in die Kurven und Anlieger, dass man teilweise daran zweifelt wirklich ein 29er zu fahren. Ein derart verspieltes aber gleichzeitig stabiles Fahrverhalten, dass es uns mehr als einmal ein dickes Grinsen bescherte. Zieht man am Sprung ab, ist ebenfalls alles passend. Das neue Enduro ist sehr gut ausbalanciert, lässt sich ausgesprochen gut in der Luft bewegen und den Fahrer schnell die Bremse vergessen. Es macht vor allem eins, verdammt viel Spaß auf dem Trail. Das die verbaute Öhlins RXF 36 an der Front schon den ein oder anderen Testsieg eingefahren hat, überrascht uns nun ebenfalls nicht mehr.

Die Öhlins RXF konnte von den ersten Metern ab begeistern.
Die Öhlins RXF konnte von den ersten Metern ab begeistern.

Und am Schluss? Am Schluss der Tour stand für uns fest, dass die ersten Eindrücke gefestigt werden sollten. Das neue Enduro muss sich ja auch langfristig bewähren. Das Specialized Enduro 2017 wird aus diesem Grund eines der Dauertester für das kommende Jahr darstellen und wir sind gespannt wie es sich schlagen wird.

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