Auch wenn sich die typische Nightride-Season nun in die vermeintliche Sommerpause verabschiedet, möchten wir euch noch eine interessante Leuchte für das Biken in der Dunkelheit vorstellen, denn der nächste Nightride wird kommen: die Ledlenser XEO19R.

Produktvorstellung

Beschäftigen wir uns zunächst mit den nackten Zahlen – und die versprechen einiges. So weist die Lampe eine Leuchtkraft von nominell bis zu 2000 Lumen auf und hat dabei eine maximale Leuchtweite von knapp 300 m. Diese maximale Leistung soll der Akku mit etwas mehr als 32 Wattstunden (Wh) für mindestens vier Stunden zur Verfügung stellen. Die niedrigste Stufe liefert dabei immer noch knapp 200 Lumen und soll eine Akkulaufzeit von 20 Stunden bieten. Neben den beiden Helligkeitsstufen Boost und Lower Power bietet die XEO noch den sogenannten Optisense Betriebsmodus. Diese Technologie passt die Lichtstärke automatisch an die Umgebung an. Außerdem verfügt die Lampe über einen Blinkmodus sowie ein Notfalllicht. Spannend ist die Tatsache, dass die Leuchte aus zwei LEDs besteht, welche sich individuell steuern lassen. So kann für jede Lichtquelle die Helligkeitsstufe sowie der Lichtkegel unabhängig voneinander eingestellt werden.

Oben auf - der 5-Wege Schalter
Oben auf – der 5-Wege Schalter

Gesteuert wird die XEO über einen 5-Wege Schalter mit dem man zum einen zwischen den verschiedenen Betriebsmodi wechseln und zum anderen die zwei Linsen separat steuern kann. Die Bedienung ist einfach gehalten. Drückt man einmal auf die rechte Taste, erleuchtet die rechte Linse in der niedrigen Leuchtstufe. Wird der gleiche Knopf ein zweites Mal betätigt, erstrahlt die entsprechende LED im Boost-Modus. Durch klicken des mittleren Schalters, leuchten beide Linsen auf.

Möchte man den Optisense-Modus nutzen, schaltet man diesen durch dreimaliges Betätigen der entsprechenden Taste (seitliche oder zentrale Taste) ein. Viermaliges Betätigen der gleichen Taste schaltet den Blinkmodus ein. Bei einem weiteren Druck auf diese Taste erlischt die Leuchte.

seitlicher Hebel (grau) zum Einstellen des Leuchtwinkels
seitlicher Hebel (grau) zum Einstellen des Leuchtwinkels

Mit einem Druck auf die hintere Pfeiltaste wird das Notfallsignal aktiviert. Mit dem zweiten Klick auf die hintere Pfeiltaste, erstrahlt das Notfallsignal im Blinkmodus. Der dritte Klick schaltet das Signal wieder aus.

Die Lampe verfügt über interessante Technologien. Durch die sogenannte Speed Cooling Technologie regelt die XEO mit Hilfe eines Temperatursensors die Leuchtstärke automatisch. Wird die Lampe zu warm, wird die Leistung reduziert. Steigt die Kühlleistung z.B. durch eine höher gefahrene Geschwindigkeit, wird die Maximalleistung zur Verfügung gestellt.

Ein weiteres tolles Feature ist die schon angesprochene Optisense Technologie. Die XEO passt ihre Leuchtleistung an das Umgebungslicht an. Schaue ich beispielsweise in eine Karte, reflektiert diese das Licht, ein Sensor erkennt dies und regelt die Power herunter. Sobald ich wieder aufschaue und die Reflexionen abnehmen, wird die volle Power zur Verfügung gestellt.

Das Gewicht der Lampe liegt bei passablen 192 g und das des Akkus bei 290 g.

Ausgeliefert wird die XEO19R in einer schlichten schwarzen Tasche in der sich neben der Leuchte und dem Akku inkl. Neoprenhülle noch einiges an Zubehör befindet:

  • ein Kopfband
  • einen GoPro Adapter
  • ein Verlängerungskabel
  • Fahrradhalterung
  • Helmhalterung
  • Stativhalterung
  • Befestigungsclips
  • Netzteil
  • Kurzanleitung

Erstkontakt

Das Gehäuse der XEO und auch das meiste Zubehör bestehen überwiegend aus Kunststoff. Dies hat den Vorteil, dass es sehr leicht ist. Der Nachteil ist, dass es sich nicht sehr hochwertig anfühlt und aussieht, aber solange die Funktion stimmt, ist das zu vernachlässigen. Dennoch kann man sagen, dass die XEO eine gute Verarbeitungsqualität aufweist. Die Rasterung des schwenkbaren Leuchtenkopfes ist klar definiert und hält die Position auch bei starken Erschütterungen. Der gummierte 5-Wege-Schalter macht bezüglich der Verarbeitung ebenfalls einen guten Eindruck. Allerdings sind die Tasten an dem Schalter relativ klein, so dass es mit Handschuhen nicht immer einfach ist, die korrekte Taste zu erfühlen. Die beiden seitlichen Drehhebel, um den Abstrahlwinkel der LED Linsen einzustellen, sind dagegen angenehm groß und lassen sich leicht betätigen.

Was uns gut gefallen hat, war der Befestigungsmechanismus zwischen dem Lampenkopf und dem jeweiligen Adapter. Der war simpel und praktisch. Die XEO hat dank der großen Führungsschienen schnell ihren Platz am jeweiligen Gegenstück gefunden. Auch das Lösen funktionierte tadellos.

Doch wie hat sich die XEO auf dem Trail geschlagen?

Wir haben die Leuchte ausschließlich als Helmlampe genutzt. Das hat einen ganz pragmatischen Grund: Wir konnten zwar die Lampe mit einem adäquaten GoPro Adapter, welchen wir noch von der MyTiny Sun hatten, am Lenker befestigen, aber den Akku haben wir mit dem mitgelieferten Zubehör nicht zufriedenstellend am Fahrrad montieren können, um damit auch ruppige Abfahrten unter die Reifen nehmen zu können.

Das ist aber aufgrund der vielen Montagemöglichkeiten kein großes Problem. So haben wir die Lampe mit Hilfe der passenden Halterung am Helm befestigt und den Akku über das Verlängerungskabel im Rucksack verstaut. Sehr gut hervorgehoben hat sich dabei der Lock-Modus am Akku, der dafür sorgt, dass das Kabel nicht einfach aus der Batterie herausgezogen werden kann. Dank des geringen Gewichts des Lampenkopfes haben wir die XEO auf dem Helm kaum wahrgenommen. Der große, leistungsfähige aber auch schwere Akku störte im Rucksack ebenfalls kaum. Am Helm jedoch befestigt, störte uns das Gewicht zu sehr und sorgte für ein Ungleichgewicht.

Wer einen Helm mit GoPro Aufnahme besitzt, wie beispielsweise den Bell Super 2R, kann die XEO mit Hilfe des mitgelieferten Adapters auch wunderbar dort montieren.

Besonders gut hat uns die harmonische Ausleuchtung des Untergrunds im Boost Modus gefallen, was den Vorteil hat, dass man jegliche Konturen auf dem Trail super wahrnehmen konnte, ohne dass es zu einer Lichtüberflutung kam. In Verbindung mit der individuellen Verstellbarkeit des Leuchtkegels ist das die große Stärke der XEO19R. Es ist leicht einen Kompromiss zwischen Spotlight und einem möglichst weiten Winkel zu finden. Während der zentrierte Lichtkegel dazu dient, möglichst weit vorausschauen zu können, sorgt eine breite Streuung des Lichts für eine optimale Ausleuchtung des Trailrandes und der Kurven. Besonders zur Geltung kommt das, wenn die Lampe auf dem Helm montiert ist und das Licht der Kopfbewegung in den Kurven folgt. Deshalb sind wir auch der Meinung, dass die Lampe auf dem Helm ihre Stärken am ehesten ausspielen kann.

Der Akku soll in der höchsten Leuchtstufe vier Stunden halten. Bei uns hat er sogar etwas über fünf Stunden die volle Leuchtkraft zur Verfügung gestellt. Allerdings haben wir dies nur bei Zimmertemperatur im Wohnzimmer nachstellen können. Mit nur einem Nightride haben wir es nicht geschafft, das Powerpack leer zu fahren. Was aber auch daran liegt, dass wir die Lampe bergauf oft nur im Lower Power Modus genutzt haben und das verlängert die Laufleistung des Akkus unheimlich. Zusätzlich kann noch eine LED ausgeschaltet werden, dadurch erhöht sich ebenfalls der Energiehaushalt des Akkus.

Im Akku ist eine Anzeige für den Ladezustand integriert. Um diese anzuschalten, ist auf der Seite nach dem „Ledlenser“-Schriftzug des Akkus ein kleiner Druckknopf integriert, mit dem man die LEDs der Ladeanzeige aufblinken lassen kann. Leuchtet diese vollständig in blau mit allen drei kleinen LEDs, ist der Akku zu 100 % geladen. Wenn die Anzeige nur noch zu einem Drittel in rot aufblinkt, dann beträgt der Ladezustand weniger als 20 % und sollte demnächst geladen werden. Wenn der Akku jedoch im Rucksack transportiert wird, ist diese schlecht sichtbar. Ging die Energieleistung des Akkus dann mal zu Ende, erlosch die XEO19R schlagartig, was uns weniger gut gefallen hat. Hier wäre es ganz gut, wenn die Lampe, bevor sie ganz erlischt, signalisiert, dass der Akku bald zur Neige geht.

der Akku lässt sich auch als Power-Bank nutzen
der Akku lässt sich auch als Power-Bank nutzen

Was uns zunächst irritiert hat, ist die sehr sperrige Verbindung zwischen dem Ladestecker bzw. Stecker der Leuchte zum Akku. Der Stecker passte nur sehr widerwillig in den Akku. Das passt nicht in die sonst so gute Verarbeitungsqualität.

Den Optisense Betriebsmodus haben wir zwar selten auf dem Trail genutzt, aber der Modus funktioniert und hält das, was er verspricht. Schaut man, wie oben beschrieben, in eine Karte, reduziert sich die Lichtleistung. Blickt man anschließend wieder auf, reagiert die Lampe recht zügig und stellt wieder die ursprüngliche Leistung zur Verfügung.

Über den Tellerrand hinaus

Besonders gut gefallen hat uns die Möglichkeit, die Power Box der XEO19R über eine USB Schnittstelle als externen Akku nutzen zu können. Darüber lassen sich alle kompatiblen Geräte, wie beispielsweise Handys aufladen. Dazu schließt man das entsprechende Gerät per USB-Kabel an und drückt 2 sec. auf den seitlichen Knopf des Akkus.

Fazit

Die Ledlenser XEO19R weiß mit einer guten Verarbeitungsqualität zu überzeugen mit der kleinen Ausnahme bei der Steckverbindung. Gut gefallen haben uns die vielen Montagemöglichkeiten. Weiter weiß die Lampe mit einer langen Akkulaufzeit zu überzeugen, was aber leider ein wenig zu Lasten des Gewichts geht, denn der Akku ist recht groß und schwer. Dafür überzeugte der Akku als Power-Bank. Das große Plus der XEO ist jedoch die wirklich tolle Ausleuchtung und die individuellen Einstellungsvarianten der LEDs.

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