Mit dem 2FO hat sich Specialized zum Ziel gesetzt, einen Schuh zu konzipieren, der perfekten Grip auf dem Pedal verspricht, aber auch leicht und bequem ist und dennoch ordentlich Schutz bietet. Angesprochen fühlen dürfen sich alle von Downhill bis All Mountain. Also genau der richtige Schuh für uns.

Produktvorstellung

Um einen optimalen Kontakt zwischen Fuß und Pedal zu erzeugen, nutzte Specialized das hauseigene Know-how ihrer Reifenabteilung. Herausgekommen ist dabei die sogenannte SlipNot Gummimischung. Neben dem Material der Sohle soll auch das Profil verantwortlich für den hohen Halt sein. Im vorderen Bereich der Sohle, sprich im Kontaktbereich zum Pedal, ist das Profil eng angeordnet, damit den Pins etwa 4 mm Material zur Verfügung stehen, um sich in das Gummi zu krallen. Auf Höhe der Ferse und der Zehen ist das sechseckige Profil offener gehalten und zudem leicht schräg angeordnet, somit soll sich die Traktion für Schiebe- und Tragepassagen verbessern. Für eine angenehme Dämpfung beim Laufen sorgt die EVA-Zwischensohle, welche zum Schutz oberflächenversiegelt wurde.

SlipNot-Sohle
SlipNot-Sohle

Außerdem soll der Schuh bei nassen Bedingungen so wenig Wasser wie möglich aufnehmen und gut belüftet sein. Das Außenmaterial des Schafts ist ein Mix aus einem speziellen, netzartigen Stoff, wie er auch bei Trägern von Rucksäcken genutzt wird und einem gummierten Kunststoff. Diese Kombination soll gewährleisten, dass der Schuh sich nicht mit Wasser vollsaugt, aber dennoch genügend Dämpfung erzeugt. Außerdem verspricht Specialized, dass der Schuh sehr reißfest ist. Zum Schutz der Zehen wurde der Vorderfußbereich mit einer harten Kunststoffschale verstärkt und damit der 2FO gut belüftet ist, wurde das Obermaterial sehr grobmaschig gehalten.

Für eine verbesserte Bindungsfestigkeit der Materialien haben die Macher von Specialized den 2FO mit Hilfe des sogenannten Thermobonding-Verfahrens verklebt. Dies hat einen weiteren Vorteil, denn die Verarbeitungsqualität spiegelt sich dadurch auch visuell wieder.

Erstkontakt

Optisch ist der 2FO in unseren Augen schon mal ein Knaller. Nicht nur die Farbgebung in rot und schwarz lässt aufhorchen, auch die sehr gute Verarbeitung mit vielen Details weiß zu gefallen. Auffällig ist auch das Gewicht des Schuhs: das Paar wiegt in der Schuhgröße 42 gerade mal 856 g (selbst gewogen).

Doch wie fühlt sich der 2FO am Fuß an?

Anfangs war der Schuh noch sehr steif, das hat sich allerdings nach einiger Zeit gelegt. Auffällig ist, dass der Schuh schon beim Gehen auf Parkett oder PVC-Boden ordentlich Grip aufbaut. An der Ferse sitzt der 2FO recht stramm, aber nicht unangenehm. Das ist das Ergebnis der Formgebung im Fersenbereich. Hier ist eine deutliche Ausbuchtung zu erkennen. Im Vorderfußbereich ist der Treter etwas lockerer geschnitten, was ein angenehmes Sneaker-Gefühl zur Folge hat.

Schön ist auch, dass der 2FO nicht so globig aufbaut, wie man es von manch anderen Flatpedal-Schuhen kennt. Im Gegenteil, er wirkt recht schmal und lässt sich nicht nur wie ein Sneaker tragen, sondern er sieht auch so aus.

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Der wichtigste Aspekt eines Flatpedalschuhs ist aber immer noch der Grip auf dem Pedal und auch hier muss sich der 2FO keinesfalls verstecken. Auf jedem unserer getesteten Pedale generiert die SlipNot-Sohle einen hervorragenden Grip und stand dabei dem Stealth Rubber von FiveTen in nichts nach. Die Sohle von Specialized ist wie eine Boa Constrictor, einmal in deren Fängen, lässt sie so schnell nicht mehr los und dafür braucht sie keine Eingewöhnungszeit, keine Aufwärmphase und auch kein Trägheitsmoment. Leider ist die Sohle dabei nicht ganz so gefühlsecht, was bedeutet, dass der Fahrer wenig Feedback übers Pedal erhält. Dafür treten aber selbst bei tagelangen Touren keine Ermüdungserscheinungen des Fußes auf. Der 2FO hat uns auch bei härteren Tagen im Bikepark nicht enttäuscht.

Nach jetzt vier Wochen intensiver Nutzung hat die Sohle nur wenige Stellen, an denen das Gummi durch die Pins angefressen ist. Dies haben wir schon anders erlebt. Auch die Oberfläche des 2FO sieht noch sehr gut aus, vorausgesetzt man denkt sich den Schmutz weg.

Ebenfalls überzeugt hat uns der 2FO bei Tragepassagen. Dabei sorgt er neben ausreichender Flexibilität auch für akzeptablen Halt bei nassem Boden. Wobei einem bewusst sein sollte, dass es sich hierbei in erster Linie um einen Bikeschuh handelt. Dieser wird auch immer ein Bikeschuh bleiben und nicht die Performance eines Wanderschuhs an den Tag legen.

Der Name ist Programm: "Foot out, Flat out!"
Der Name ist Programm: „Foot out, Flat out!“

Nach ein paar Tagen in unwegsamem Gelände der Vogesen können wir bestätigen, dass der 2FO, dank der Verstärkungen an Ferse und Zehenbereich, auch einen hervorragenden Schutz vor Steinschlag für die exponierten Stellen des Fußes bietet.

Nicht innovativ aber really nice to have ist das sogenannte Lacelock-System, welches die Schnürsenkel an Ort und Stelle hält, so dass sie während der Fahrt nicht stören oder gar hängen bleiben.

Dank Lacelock ist alles aufgeräumt
Dank Lacelock ist alles aufgeräumt

Aufgrund seiner Oberflächenstruktur schützt der 2FO wenig bis gar nicht vor eindringendem Wasser. Dafür soll er aber zum einen relativ wenig Wasser aufnehmen und zum anderen schnell wieder trocknen, deshalb haben wir ihn zu guter Letzt einer ordentlichen Ladung Wasser ausgesetzt, um zu prüfen, wieviel Wasser er aufnimmt und wie lange es dauert, bis er wieder vollständig trocken ist. Vollgesaugt mit Wasser bringt es das Paar gerade mal auf 968 g und ist mit Hilfe von Zeitungspapier und Zimmertemperatur tatsächlich über Nacht wieder trocken und ready for race. Angenehm fanden wir auch, dass der Schuh sehr luftig konzipiert wurde. Dies könnte im Winter wiederum nachteilig sein.

Fazit

In unseren Augen ist es Specialized mit dem 2FO Flat sehr gut gelungen, alle Anforderungen für einen guten Mountainbikeschuh umzusetzen. Der Grip ist bombig, der Tragekomfort klasse und der Schutz ausgezeichnet. Dabei sieht der 2FO auch noch sehr gut aus, weiß durch seine Verarbeitungsqualität zu überzeugen und bietet ein luftiges Tragegefühl für warme Sommertage. Die unverbindliche Preisempfehlung von 139,90 € finden wir dann allerdings recht hochgegriffen, allerdings gibt es dafür das nette Lacelock-System und ein zweites Paar farblich abgestimmter Schnürsenkel hinzu. In diesem Sinne: „Foot out, flat out!“

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