Eines der wichtigen Themen in unserem Sport ist der Körperschutz. Leatt führt zu diesem Zweck gleich mehrere Produkte im Sortiment und ist einer der wenigen Hersteller, der Genickschutz und Protektorenjacke aufeinander abstimmt. Wir haben den Leatt Brace DBX 5.5 und den 3DF Body Protector auf Herz und Nieren getestet.

Leatt Protection
Leatt Protection

Neben dem DBX 5.5 gibt es die Einsteigerversion 4.5 sowie die Topversion 6.5. Alle Versionen bieten den gleichen Schutz, unterscheiden sich lediglich in Gewicht und Einstelloptionen. Volle Einstellbarkeit gibt es ab dem DBX 5.5 während der DBX 6.5 durch diverse Carbonteile die leichteste Variante darstellt. Unser DBX wiegt 840 Gramm.

Im Vergleich zum Vorgänger hat sich die Bauweise grundlegend geändert. Brustbein- und Rückenabstützung sind nun breiter und zweigeiteilt, was die Energie im Sturzfall großflächiger verteilen und für weniger Schaden am Oberkörper sorgen soll. Die Rückenfinne liegt nicht mehr direkt auf der Wirbelsäule, sondern auf den Schulterblättern auf. Wurde früher die Energie auf die Wirbelsäule abgegeben, wird sie heute auf die deutlich stabileren Schulterblätter abgegeben. Eine weitere Neuerung ist das werkzeuglose Einstellsystem und der fehlende zweite Schnellverschluss.

 

Erster Eindruck

Beide Produkte machen einen hochwertigen Eindruck und sind Leatt-typisch gut verarbeitet, auch wenn der Brace ausschließlich aus nicht lackiertem Kunststoff besteht. Dies ändert zwar nichts in der Qualität, stellt ihn in Sachen Haptik aber unter die alten Braces. Trotz „ultra light“ Aufdruck fällt der Body Protector vor allem durch ein hohes Gewicht von ca. 1,5kg auf. Zustande kommt dieses durch die dicken Rücken- und Brustbeinprotektor aus 3DF Schaumstoff. Schutz gibt es nicht umsonst und so wiegt ein guter Schutz mehr als nur ein Jersey. Der DBX wird mit ausführlicher Anleitung, Brustwinkelteile, Schaumpads zur Höhenanpassung und Brustgurt geliefert.

Die Einstellung des Brace ist dank ausführlicher Anleitung verständlich, allerdings aufgrund der vielen Einstellmöglichkeiten zeitaufwendig und erfordert eine zweite Person. Einstellbar sind Brustkorb- und Schulterabstand, Winkel der Rückenfinne (in 5° Schritten) und Position der Finnen.

Der Body Protector besteht aus einem dicken Brust- und Rückenpanzer, Schulter-, Bizeps- und Ellenbogen/Unterarmschonern. Dank einem großen Reißverschluss zieht man den Protector wie eine Jacke an. Leatt hat auch an Träger älterer Brace Modelle gedacht. Dank einem Einschub im Rücken lässt sich ein Stück des Rückenprotektors entfernen und schafft so Platz, für die Wirbelsäulenauflage älterer Braces.

Auf den Schultern befinden sich elastische Riemen, mit denen der Brace fixiert werden kann, womit der Brustgurt gespart werden kann. Das System ist dabei so gestaltet, dass sich der DBX trotzdem über dem Trikot tragen lässt.

Dank passenden Straps auch ohne Brustgurt fixierbar
Dank passenden Straps auch ohne Brustgurt fixierbar

Preise

DBX 5.5 369,00€ UVP

3DF Body Protector 219,95€ UVP

In der Praxis

Für viele Fahrer ist ein Neck Brace ein unabdingbares Sicherheitselement, während das andere Lager die eingeschränkte Bewegungsfreiheit für gefährlicher hält, als das Risiko eines Sturzes. Unser Tester Michael fährt auf dem Downhill-Bike keinen Meter ohne Neck Brace. Für ihn ist es vor allem „eine Kopfsache“, ohne fährt er nicht so befreit wie mit. Allerdings kann auch er die eingeschränkte Bewegungsfreiheit nicht wegdiskutieren. Gerade in Verbindung mit den immer länger werdenden Rahmen, kann es durch die gestreckte Haltung auf dem Bike zum Anschlagen des Helms kommen. An dieser Stelle macht sich die Einstellbarkeit des DBX 5.5 vorteilhaft bemerkbar. Während nicht verstellbare Braces hier keine Tuningmöglichkeit bieten, kann der DBX 5.5 bestmöglich ausgerichtet werden.

Auf keinem unserer Bikes ist der Helm angeschlagen und die Bewegungsfreiheit war im „üblichen“ Rahmen. Zu keiner Zeit hat der DBX Michael während der Fahrt behindert. Es ist schwer hier eine generelle Aussage zu treffen, da jeder Fahrer unterschiedliche Vorlieben hat.

Bewegungsfreiheit gegeben
Bewegungsfreiheit gegeben

Das für anfänglich groß befundene Gewicht des Body Protector macht sich auf dem Bike nur leicht bemerkbar. Trotz den dicken Brust- und Rückenprotektoren, fühlte sich Michael wohl im Protector. Vergleicht man den Leatt Protector mit anderen Jackets wie z.B. dem Troy Lee Designs BP 7850 HW, fallen Bauch, Rippen und unterer Rückenschutz beim Leatt deutlich geringer aus. Wie sich dies im Sturzfall auswirkt, musste Michael zum Glück nicht testen.

Leatt empfiehlt den Protector direkt auf der Haut zu tragen, da der Stoff hautfreundlich ist und einen guten Schweißtransport gewährleistet. In der Tat fühlt sich der Protector auf der Haut sehr angenehm an und die Hitzeentwicklung ist gefühlt geringer, als z.b. unter dem TLD Produkt. Da der Protektor sehr eng anliegt, ist der Einstieg trotz großem Reißverschluss leicht umständlich. Richtig schwierig gestaltet sich der Einstieg, wenn der Protektor durchschwitzt ist.

Leatt Protection
Leatt Protection

Fazit

Nacken- und Oberkörperschutz ja oder nein? Für uns von Cycleholix wird diese Frage ganz klar mit Ja beantwortet. Leatt wird mit dem DBX 5.5 und dem Body Protector seinem Ruf als Körperschutzspezialist gerecht. Auch wenn der DBX für die Haptik und der Body Protector für den geringen Bauch-, Rippen- und unteren Rückenschutz Abzüge in der B-Note bekommen, vermitteln beide Produkte ein sicheres Gefühl.

Der DBX lässt sich dank seiner vielen Einstellmöglichkeiten nahezu perfekt auf den eigenen Körper einstellen, so dass die Einschränkung der Bewegungsfreiheit auf ein Minimum reduziert wird. Ein großer Vorteil zu seinen Vorgängern: er lässt sich komplett werkzeuglos einstellen.

Der Body Protector lässt sich sehr angenehm auf der Haut tragen und sorgt für ein ausgeglichenes Klima. Positiv aufgefallen ist die Abwärtskompatibilität zu alten Braces, durch einen Einschub im 3DF Rückenprotektor. Große Laschen auf den Schultern machen die Gurte am Brace übeflüssig, da der DBX mit diesen fixiert werden kann, was wiederrum den Komfort während der Fahrt steigert.

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