Etwas ruhig war es in den letzten Jahren um 661 geworden und man hatte sich mehr oder weniger nur auf die Knieschoner konzentriert. Nachdem es im letzten Jahr einige personelle Veränderungen bei 661 gegeben hat, ist es auch nicht verwunderlich, dass diese Änderung irgendwann Früchte trägt. Diese kommen in Form des EVO AM Enduro Helms zu uns in die Redaktion und wir waren selber gespannt, wie sich das neue Produkt schlagen wird.

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Der erste Kontakt in Winterberg bei den Dirtmasters am Stand von Cosmic Sports verlief bereits positiv. Haptik und Verarbeitung des EVO AM sind auf einem hohen Niveau. Das Design weiß zu gefallen und sticht aus dem Feld der anderen Endurohelme deutlich hervor. Dabei erfindet 661 das Rad nicht wirklich neu, denn der EVO AM ist im bekannten Inmold-Verfahren hergestellt worden. Der Schaum, welcher von 661 „Contigo“ getauft wurde, soll allerdings 35% mehr Aufprallenergie aufnehmen als konventionelle Materialien. Neu ist allerdings die Verwendung des BOA Systems, welches eine stufenlose Verstellung der Kopfweite erlaubt. Abgerundet wird der Helm durch ein makelloses Finish in Schwarz und sattem Gelb und bringt ein Gewicht von 347gr (Größe M-L) auf die Waage. Die komplette Verarbeitung empfanden wir als sehr hochwertig. Beim Verschluss setzt 661 wie auch unter anderem O´Neal auf einen magnetischen Verschluss, der einen sehr praktischen ersten Eindruck hinterlässt.

Das BOA System überzeugte uns komplett mit der stufenlosen Verstellung
Das BOA System überzeugte uns komplett mit der stufenlosen Verstellung

Das Wesentliche aber ist, dass ein Helm gut sitzen soll und vor allem ausreichend belüftet ist. Laut 661 war eine der Kriterien bei der Entwicklung, dass der EVO AM kompatibel zu vielen Kopfformen sein soll. Setzt man den Helm das erste Mal auf, so merkt man, dass dieser Punkt der Entwicklung voll aufgegangen ist. Zumindest was unsere Kopfform angeht ist der EVO AM das komfortabelste was wir die letzten 2 Jahre auf dem Kopf hatten. Für den zusätzlichen Schutz ist er, wie in dieser Helmklasse üblich, am Hinterkopf weiter herunter gezogen, um dem Fahrer zusätzlichen Schutz zu bieten. Die Innenseite des Helms ist großzügig gepolstert und gibt Druckstellen keine Chance. Das bereits erwähnte BOA System erlaubt eine genaue Anpassung an den Kopfumfang des Trägers und lässt eine Verstellung der Höhe nicht missen. Man freut sich direkt den Helm aufzusetzen und wir gehen die erste Tour an. Man möchte ja schließlich auch gut belüftet unterwegs sein.

Wer die letzten Wochen draußen unterwegs war wird sicher bemerkt haben, dass der Sommer ohne Wenn und Aber zurückgekommen ist. Temperaturen jenseits der 30° sorgen auch im heimischen Wald auf dem Feldberg für heiße Köpfe. Die Belüftung des EVO AM funktionierte auch auf langsamen Passagen bergauf sehr gut. Die 15 Öffnungen im Helm sorgen für einen völlig ausreichenden Luftstrom im Helminneren. Der auftretende Schweiß an der Stirn geht hier allerdings direkt in die Polster im Helm und wird nicht wie z.B. bei MET durch ein Gel Pad seitlich abgeleitet. Nicht wirklich dramatisch, da man die Polster selbstverständlich reinigen kann, aber eben keine perfekte Lösung. Bergab lässt man es dann ordentlich stehen und muss sich dank erhöhter Geschwindigkeit auch keine Gedanken um passende Belüftung machen – sie funktioniert einfach. Hier kommt es vor allem darauf an, dass der Helm richtig am Kopf sitzt und auch dort bleibt. Auch hier kann der EVO AM voll überzeugen und wird selbst bei üblem Trailgeballer nicht zappelig.

Perfekt funktioniert die einhändige Bedienung des Magnetverschlusses für den Kinnriemen. Die beiden Verschlussteile rutschen quasi selbstständig ineinander und können auch mit Handschuhen problemlos bedient werden. Leider gehört aber auch 661 zu den Herstellern, die kein zusätzliches Polster mehr am Kinnriemen anbringen bzw. mit liefern.

Fazit:

Kein Polster am Kinnriemen und keine perfekte Schweißableitung an der Stirn, das war es dann auch schon mit den negativen Punkten. Davon abgesehen macht es durch die überragende Passform einfach Spaß den Helm zu tragen. Das BOA System und der magnetische Verschluss runden das Paket sehr gut ab und halten den Helm am Kopf an Ort und Stelle, auch wenn es ruppig wird. Für ca. 150 Euro wechselt der EVO AM den Besitzer, wer noch mehr Sicherheit möchte greift zur Variante mit MIPS.

2 Kommentare

  1. Hallo,
    ich habe den 661 Evo AM nun seit Anfang der Saison 2015. Zudem bin ich ein echter Schwitzer, was meine bisherigen Helme übefordet hatte.
    1. Grundeinstellung des Helms geht in ein paar Minuten.
    2. Enger Bergab, etwas locker wenn es hoch geht. Mit dem BOA-System geht das einfach, schnell und das wichtigste, er sitzt bequem und fest wenn man ihn stramm einstellt. Für mich war das BOA-System, das den Ring um den Kopf wie ein Band flexibel anlegt der wahre AHA-Effekt.
    3. Belüftung finde ich mit den wenigen, aber großen Öffnungen und vor allem den Luftkanälen im Schaum sehr gut. Gerade bei diesem Sommer war ich super Zufrieden und hatte ihn lieber am Kopf als meinen XC-Helm.
    4. Schweis in den Augen, so gut wie kein Problem. Ob ein Tuning mit dem Stirnpad von Bluegrass/MET was bringt, teste ich evtl. mal. Ist aber dann „nice to have“, eigentlich reicht es mir so schon.
    5. Warum bieten so wenige Hersteller ein Find-Lock Schloss an. Ich habe es am O´Neal DH-Helm und jetzt am EVO. Der geilste Scheiß den ich je hatte!!! Ich will kein anderes mehr, es sei denn, es wäre noch besser.
    Viele Grüße
    Bernd, MTB-Guide und Trainer @ mtb-fahrtechnik-frammersbach.de

    • Hi Bernd, danke für dein ausführliches Feedback. Der Grund warum Find-Lock nicht von jedem Hersteller verwendet wird könnte in den Produktionskosten liegen. Sehr praktisch ist es allemal. Beste Grüße, Patrick

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