Bell macht den Anfang in unserem umfangreichen Helmtest, in dem wir euch pro Woche einen Hersteller mit 2 Helmen im Test vorstellen. Ein Enduro/Tourenhelm und einen Fullface Helm für den Donwhill Einsatz. Den Super 2 R haben wir euch bereits ausführlich in einem Einzeltest vorgestellt, für den Enduro Einsatz haben wir jetzt noch den Super 2 MIPS für euch.

Wie die "R" Variante ist auch der normale Super 2 problemlos mit Goggle nutzbar
Wie die „R“ Variante ist auch der normale Super 2 problemlos mit Goggle nutzbar

MIPS ist einfach erklärt, erfüllt aber einen wichtigen Zweck. Da bei einem Sturz nicht nur der direkte Aufprall sehr gefährlich ist, wirken auch Rotationskräfte auf den Schädel selber. Eine gewöhnliche Helmschale, die aus einem Stück gefertigt ist, gibt diese Kräfte direkt auf den Schädel weiter, was zu schweren Verletzungen führen kann. MIPS baut einfach ausgedrückt auf einem Prinzip von 2 Helmschalen auf, die genau diese Rotationskräfte minimieren sollen. Hinter der Abkürzung MIPS versteckt sich das Multi-Directional Impact Protection System, auf das mittlerweile immer mehr Hersteller setzen.

Wir lassen die Theorie, die in etlichen Testreihen unter Laborbedingungen auf ihre Funktion geprüft wurde so stehen und verzichten auf die praktische Überprüfung auf dem Trail.

Andere wichtige Faktoren bei einem Helm sind Komfort, Belüftung und der Halt auf dem Kopf selber. Hier erleben wir beim Super 2 das selbe, was wir bereits bei der „R“ Variante „erfahren“ konnten. Die Passform ist gut, sehr gut sogar. Unsere Variante in Größe M schließt sich angenehm um den Kopf des Fahrers, ohne sich „falsch“ anzufühlen. Dieses Gefühl der Sicherheit wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass der hintere Teil des Helms sich weit unter den Hinterkopf neigt. Bei unserem Testfahrer ist diese sensible Stelle komplett geschützt, kann aber natürlich je nach Kopfform variieren. Druckstellen konnten wir auch auf längeren Touren nicht feststellen.

Das Helminnengitter ist in Tiefe und Umfang verstellbar und ein versehentliches Verstellen des gewählten Umfangs wird durch den Mechanismus im Versteller selber sinnvoll unterbunden. Die Innenpolster sind überlegt platziert, könnten allerdings am Hinterkopf etwas mehr Material und einen zusätzlichen Klettverschluss gebrauchen.

Den Kopfumfang verringert man wie bei jedem anderen System auch
Den Kopfumfang verringert man wie bei jedem anderen System auch

Wenn es heiß hergeht kommt es auf die Belüftung des Helms an. Bell punktet hier mit zusätzlichen Belüftungskanälen an der Stirnseite, die für zusätzliche Zirkulation an der Stirn des Fahrers sorgen. Ein Feature welches uns positiv und vor allem spürbar aufgefallen ist. Der Rest der Belüftung ist auf dem gewohntem Level der „R“ Variante und ist absolut ausreichend. Selbst in anstregenden Bergauf – Passagen, in denen in der Regel kein so starker Luftzug vorhanden ist, behält man unter dem Super 2 stehts einen kühlen Kopf.

Um den Umfang wieder zu vergrößern muss der Versteller eingedrückt und dann gedreht werden
Um den Umfang wieder zu vergrößern muss der Versteller eingedrückt und dann gedreht werden

Der Halteriemen des Bell Super besitzt kein zusätzliches Polster. Die einzige Stelle bei der wir auf längeren Touren das gewisse extra Komfort vermisst haben. Hier kann es bei festem Sitz zu minimalen Scheuerstellen kommen. Das ist nicht wirklich dramatisch und meckern auf sehr hohem Niveau, vorenthalten wollen wir euch diese Information aber natürlich nicht.

Der Rest des Super 2 ist gewohnt gut verarbeitet, fällt mit einem vom Hersteller angegebenen Gewicht von 405gr angenehm leicht aus und störende Grate oder Verarbeitungsrückstände sucht man vergebens. Unser Modell mit der für 2015 neuen Farbe „Infrared“, die absolut als Signalfarbe durchgeht, hat den zusätzlichen positiven Effekt, dass der Fahrer auch auf größere Distanz gut erkannt werden kann. Wer gerne Videos auf seinen Touren dreht oder eine Lampe montieren will, für den liefert Bell eine einfache aber gut funktionierende Helmhalterung mit. Wer seinen vorhandenen Super 2 auf die R Variante aufrüsten möchte, kann den abnehmbaren Kinnbügel zum UVP von 79,95 Euro nachkaufen.

Fazit:

Bell macht mit dem Super 2 fast alles richtig. Die leichten Kritikpunkte bezüglich des hinteren Innenpolsters und des fehlenden Polsters am Halteriemen trüben den Gesamteindruck nur minimal. Die UVP von 159,95 Euro ist nicht gering, aber in unseren Augen noch gerechtfertigt. Dafür erhält man einen Helm mit sehr guter Passform, durchdachter Belüftung und sehr guter Schutzwirkung. Ein klasse Einstieg in unsere Testreihe der Enduro Helme.

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