Nachdem wir bereits die Lupine Piko 4 und die Hope R4 für euch getestet haben, folgt nun die dritte Leuchte im Bunde. Bei einigen freiwilligen und ein paar unfreiwilligen Nightrides haben wir die Folkslight 1 GoPro Edition von MyTinySun für euch unter die Lupe genommen. Wie sie sich dabei geschlagen hat, lest ihr hier.

Produktvorstellung:

Mit der Folkslight hat MyTinySun ein ganz heißes Eisen mit bis zu 2000 nominellen Lumen im Feuer. Weiter garantiert MyTinySun eine effektive Lichtleistung von 1400 Lumen, welche über zwei CREE XM-L LED auf die Trails gelangt. Ein sehr beachtlicher Wert für eine Lampe mit nur zwei LEDs. Dies wird regelmäßig in Zusammenarbeit mit der TU Darmstadt mit Hilfe von geeichten Messmitteln und einer Ulbricht-Kugel geprüft.

Die beiden Optiken der Folkslight besitzen unterschiedliche Abstrahlwinkel, um eine bestmögliche Ausleuchtung zu gewährleisten. Eine Optik besitzt einen Abstrahlwinkel von 17° für einen schönen Spot. Die Zweite ist elliptisch und sorgt für eine breite Ausleuchtung der Umgebung und macht so Hindernisse am Rand oder tief hängende Äste sichtbar. Außerdem ist es ein Leichtes, die Optiken zu tauschen, denn MyTinySun bietet Optiken für den Austausch an.

MyTinySun folkslight
MyTinySun folkslight

Die kompakte Leuchte misst 44mm x 100mm x 52mm (L x B x H). Damit ist sie nicht größer als eine Kompaktkamera und mit knapp 230g inkl. integriertem Akku auch nicht viel schwerer. Die Lampe wird komplett in Deutschland entwickelt und produziert. Dabei ist das Gehäuse robust und wasserdicht mit einer Vorderseite aus Aluminium und einer Kunststoff-Rückseite konstruiert.

Außerdem bietet die Folkslight neben einer externen Mini-USB-Schnittstelle auch eine sehr intelligente Technik. Diese Technik bietet u.a. einen Lichtsensor, welcher es der Leuchte z. B. ermöglicht, bei Gegenlicht abzublenden. Allerdings ist dies erst mit einem der nächsten Firmware-Updates möglich, welches in naher Zukunft auf der Homepage von MyTinySun zur Verfügung stehen wird. Weiterhin beinhaltet die Lampe eine 9-Achsen-Bewegungssensorik, die es ermöglicht, die Folkslight nach dem Software-Update beispielsweise über Bewegungen zu steuern. Sie soll aber auch erkennen, wenn ein Fahrer stürzt und automatisch das SOS-Signal anschalten.

Wir von Cycleholix durften für euch bereits das neue Firmware-Update exklusiv testen und sind von den meisten Erweiterungen überzeugt. So funktionierte beispielsweise die Abblendfunktion bei Gegenlicht tadellos und macht im Straßenverkehr mehr als Sinn. Die Autofahrer wird’s freuen, denn die Lampe ist ähnlich hell wie ein H4-Autoscheinwerfer.

Erstkontakt:

Da sich über Geschmack bekanntlich streiten lässt, muss jeder selbst entscheiden, ob ihm die Form der Leuchte gefällt. Selbst bei uns in der Redaktion hatte hierzu jeder eine andere Meinung. Die Verarbeitung ist dagegen über jeden Zweifel erhaben. Das Gehäuse der Leuchte ist überwiegend aus Aluminium gefertigt und bietet somit die ideale Voraussetzung, um die erzeugte Wärme an die Umwelt abzugeben. Auch die Rückseite aus Kunststoff in Carbon-Optik wirkt hochwertig.

Rückseite in Carbon-Optik und Hauptschalter
Rückseite in Carbon-Optik und Hauptschalter

Die beiden Druckknöpfe, je einer auf der Vorder- sowie auf der Rückseite, haben eine optimale Größe und sind auch mit Handschuhen gut zu bedienen. Sie machen ebenfalls einen guten Eindruck, was die Verarbeitung angeht. Mit dem Knopf auf der Rückseite lässt sich die Leuchte ein- bzw. ausschalten. Außerdem kann man mit diesem Schalter die unterschiedlichen Leuchtstärken (im ausgelieferten Simple Mode: 40% & 100%) auswählen. Weiter dient der rückseitige Hauptschalter dazu, den Akkuladezustand anzuzeigen. Leuchtet er grün, ist der Akku zu 75-100% geladen. Blau signalisiert eine Kapazität von 50-75%, während orange 25-50% signalisiert. Die Rotfärbung des Schalters zeigt dann einen Ladezustand von 25% und weniger an. Hält man den Hauptknopf etwa 7 Sekunden gedrückt, schaltet man das SOS-Signal ein. Mit dem Drücker auf der Vorderseite kann man die beiden CREE-LEDs steuern.

Drückt man beide Knöpfe in Kombination, schaltet man die Tastensperre ein bzw. aus.

Über den seitlich angebrachten Mini-USB Anschluss kann man die Leuchte aufladen oder die neuen Software-Funktionen aufspielen. Um den Akku vollständig zu laden, dauert es knapp zwei Stunden. Während des Ladevorgangs leuchtet die vordere Schaltereinheit rot und erlischt, sobald der Akku vollständig geladen ist. Der Mini-USB Anschluss auf der Seite ist über einen Gummistopfen gegen Wind und Wetter geschützt. Dieser sollte auch unbedingt genutzt werden, da die Öffnung doch sehr großzügig und somit anfällig für Schmutz und Wasser ist.

Mini-USB Anschluss - wetterfest verpackt
Mini-USB Anschluss – wetterfest verpackt

In Action:

Über die harten Fakten haben wir gesprochen, kommen wir nun zur spannenden Frage, wie die Performance der Lampe auf dem Trail aussieht.

Aufgrund des GoPro Halters haben wir die Lampe zunächst auf unseren Helm, dem Bell Super 2R, montiert. Dieser hat bereits einen kompatiblen Halter für eine GoPro und bietet sich somit an. Schnell ist die Leuchte auf dem Helm befestigt und ausgerichtet. Die Lampe hat auf dem Helm eine sehr zentrale Position. Leider macht sich dennoch das Gewicht der Lampe bemerkbar und ist nicht optimal. Der Vorteil, dass die Lampe den Akku integriert und man somit keinen Kabelsalat hat, wirkt hier leider kontraproduktiv. Das Gewicht auf dem Kopf bleibt auch während anspruchsvoller Trails in der aktiven Wahrnehmung. Daran hat leider auch ein neuer Halter, der aus Aluminium gefertigt ist und weniger hoch auf den Helm aufbaut, nichts geändert. Die Folkslight bietet aber die Möglichkeit, den Akku vom Gehäuse der Leuchte per Adapterkabel zu trennen. Dies hat den Vorteil, dass man den Akku entweder im Rucksack verstauen kann oder das Gewicht besser am Helm verteilen kann.

Am Lenker montiert, kann die Lampe dann ihre wahre Stärke ausspielen. Die Montage des Lenkerhalters funktioniert mit einem Adapter und zwei Schrauben. Damit ist die Befestigung nicht die schnellste Variante, aber dennoch kinderleicht und stabil. Einmal die Lampe richtig montiert und justiert, wackelt und verrutscht selbst bei schnellen, ruppigen Abfahrten so schnell nichts mehr.

Dank der beiden Optiken bekommt man eine super Ausleuchtung des Trails. Die elliptische sorgt dafür, dass die Wege sehr breit ausgeleuchtet werden und man kein nervöses Lenkerwackeln hat. Gleichzeitig hat man den Vorteil, dass die Ausleuchtung in Kurven sehr gut ist und man weit in die Kurve voraus schauen kann. Die 17° Optik sorgt für eine punktuelle aber harmonische Ausleuchtung auf dem wesentlichen Teil der Strecke, nämlich unmittelbar vor dem Bike.

Auf dem Trail muss auf jeden Fall mit den unterschiedlichen Leuchtstufen gespielt werden, denn in voller Leistung auf beiden LEDs hält der Akku der Lampe leider nur knapp 60 Minuten. Unsere Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass man die volle Ausleuchtung getrost auf schnelle und schwierige Abfahrten limitieren kann. Bergauf oder in der Ebene reicht es vollkommen aus, nur eine der zwei CREE LEDs im 40% Modus zu nutzen. Schaltet man so zwischen den unterschiedlichen Stufen, dann kann man die Ausfahrt ruhig länger gestalten. Bei uns hielt der Akku dann im Schnitt 150 Minuten. Wem die Kapazität des Standardakkus nicht ausreicht, der hat, dank der externen Schnittstelle, die Möglichkeit einen externen Akku anzuschließen. Hierzu hat MyTinySun ebenfalls etwas im Programm. Schön ist, dass der Knopf auf der Rückseite nicht nur den aktuellen Ladezustand anzeigt, sondern auch ein Signal gibt, wenn die Lampe zu heiß wird. In regelmäßigen Abständen blinkt dann der Knopf zweimal kurz auf und regelt die Leuchtkraft herunter, um ein Überhitzen der Leuchte auszuschließen. Dies ist sehr sinnvoll, denn die Lampe wird im Betrieb sehr heiß.

Fazit:

Die Folkslight ist eine kompakte Leuchte mit einer wirklich sehr guten Ausleuchtung, die in dieser Klasse seinesgleichen sucht. Sie weiß mit einer schönen und hochwertigen Verarbeitung zu überzeugen. Auch hat uns die intelligente Technik gut gefallen und überzeugt. Mit integriertem Akku ist die Lampe unserer Meinung nach zu schwer für eine Helmlampe. Mit einem Adapterkabel kann man aber einen externen Akku anschließen und trennt somit Leuchte und Akku. Dadurch kann man eine bessere Gewichtsverteilung auf dem Helm erzielen. Auch wem die Laufzeit zu gering ist, der hat die Möglichkeit einen externen Akku an die Lampe anzuschließen. Die beste Figur hat die Lampe unserer Meinung nach am Lenker gemacht. Die vielseitige Outdoorleuchte hat eine UVP von 149,00€ und bietet somit ein hervorragendes Preis-/ Leistungsverhältnis, an dem sich der ein oder andere Anbieter eine Scheibe abschneiden könnte.

2 Kommentare

  1. Ich war auch sehr skeptisch gegenüber der Folkslight wegen dem design es sagte mir einfcah nicht zu :/ bis mich der verkäufer darauf gebracht hat ich könne die mir ja mal leihweise für 2 tage mitnehmen, gut abgemacht 2 tage benutzt und siehe da design ist eben nicht alles, funktionell super einfach zu bedienen tolles licht einfach ein gutes produkt. GEKAUFT 🙂

  2. Danke Philipp, dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen.

    Ich verwende die folkslight derzeit täglich auf dem Weg zur Arbeit und bin sehr zufrieden. Einziger Kritikpunk von meiner Seite: für dicke Handschuhfinger ist der rückseitige Schaltknopf etwas klein ausgefallen, zudem lässt sich mit den künstlichen Wurstfingern der Druckpunkt des Schalters nur schwer erfühlen. Er lässt sich, zumindest während der Fahrt, nicht sicher bedienen. Da ich zu den „Normalusern“ der Leuchtquelle zähle, kann ich zu den Firmwareupdates nichts beitragen.

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