Die Tage sind kürzer und die Nächte länger geworden. Wer dennoch seine abendliche Feierabendrunde genießen möchte benötigt ausreichend Licht. Mit der Hope R4 bekommen wir ein Stückchen Tag zurück und das auf Knopfdruck. In diesem Test widmen wir uns der „Standard“ Ausführung und haben getestet, wie sich das kleine Leuchtwunder auf dem Trail macht. Gleich beim Öffnen der Verpackung fällt allerdings auf: Hope definiert den Begriff „Standard“ neu.

Die R4 von Hope, in bekannt guter Qualität
Die R4 von Hope, in bekannt guter Qualität

Produktbeschreibung:
Wer die Engländer aus Barnoldswick kennt, weiß, dass Hope für erstklassige Verarbeitung und Maschinenbaukunst steht. So verwundert es nicht weiter, dass auch die R4 auf einem sehr hohen Level gefertigt wurde und eine hohe Wertigkeit vermittelt.
Die R4 ist mit 4 Cree XPG LEDs ausgestattet, was zu einer Leuchtkraft von 1446 generierten Lumen führt. In Kombination mit dem an uns gelieferten Akku (7.4 V Li-Ion mit einer Kapazität von 5100 mAh) ergibt sich eine maximale Leuchtdauer von 2,5 Stunden bei voller Leuchtkraft. Nutzt man den schwächsten Leuchtmodus der 6 verfügbaren, so verspricht Hope hier sogar eine Leuchtdauer von satten 50 Stunden. Die maximale Leuchtweite der R4 wird von Hope mit 105 Metern angegeben, was für die meisten Situationen völlig ausreichend sein sollte.
Die R4 kommt mit einem gut sortierten Zubehör, bestehend aus:

 – R4 Lampe
 – Halterung für den Lenker (31.8)
 – Adapter für schmalere Lenker (25.4)
 – Helmhalterung
 – Kopfhalterung
 – Ladegerät
 – Verlängerung
 – Akku (Ladezeit 6 Std. nach kompletter Leerung)

Das ist in unseren Augen alles andere als Standard und lässt kaum Wünsche offen. Weitere Versionen mit einem kleineren Akku (Lightweight) sowie auch 2 Akkus (All Sports, Endurance und Lightweight Endurance) sind verfügbar.

Verarbeitung/Design:
Wie schon angesprochen, befindet sich die Verarbeitung der R4 auf einem von Hope gewohnt hohem Level. Die Frässpuren am Lampenkopf selber kann man als Markenzeichen der Firma bezeichnen. Der ausreichend dimensionierte Akku ist ebenfalls aus Aluminium gefertigt und verfügt über eine Kapazitätsanzeige. Zusätzlich ist er mit einem Schutzgummi im klassischen Hope Grün versehen. Das ist zum einen optisch sehr ansprechen und zum anderen sorgt es dafür, dass sensible Rahmen oder Lackierungen nicht verkratzt werden. Materialwahl und Kapazität sorgen so allerdings auch für ein Gewicht von 326 Gramm. Nimmt man Lampe, Akku und die Halterung zusammen sprechen wir von einem Gesamtgewicht von 458 Gramm. Das zusätzliche Zubehör haben wir bewusst nicht gewogen, da man es vernachlässigen kann.

Funktion:
Die R4 verfügt über insgesamt 6 verschiedene, feste Leuchtmodi, die nicht umprogrammiert werden können. Die ersten 3 Modi (Race) lassen sich über ein schnelles Drücken der Powertaste wählen und reichen über schwach, mittel bis stark. Die anderen 3 Modi (Trail) erfordern ein kurzes halten der Taste und reichen über schwach, mittel und einen Flashmodus. Allerdings ist im Trailmodus die Leuchtkraft bei allen 3 Modi im Vergleich zum Race Modus reduziert.
Abgerundet werden diese 6 Modi über eine intelligente Akkusteuerung. Wenn man mit der stärksten Stufe unterwegs ist, schaltet die Lampe automatisch in den mittleren Modus, wenn der Akku sich dem Ende nähert. Zusätzlich erfolgt eine optische Warnung (2 x Blinken alle 15 Sec.), wenn der Akku fast leer ist. Ein sehr sinnvolles Feature wenn man nachts voll konzentriert auf dem Trail ist und grade eine steile Abfahrt meistert. Hier wäre ein sofortiger Ausfall der Leuchtkraft ohne Vorwarnung denkbar ungünstig.
Die Montage der Lampe gestaltet sich als außerordentlich einfach. Der Lampenkopf wird mit leichtem Druck auf die Lenkerhalterung und einer Drehbewegung nach rechts arretiert. Der Lampenkopf sitzt absolut sicher und fest, ein Verstellen des Leuchtwinkels wird über den Halter direkt vorgenommen. Wer bereits auf den neuen 35mm Standard im Cockpit setzt muss sich keine Gedanken machen: Hope bietet einen zusätzlichen Halter an, liefert ihn aber nicht direkt mit, da 35mm am Markt einfach noch nicht so stark vertreten ist.

Die Helmhalterung folgt dem ähnlichen Prinzip, auch hier wird die Lampe wie oben beim Lenker beschrieben am Helm arretiert. Mittels Klettband wird die mit einem Moosgummi versehen Halterungsplatte am Helm befestigt und sitzt dank leichtem Gewicht des Lampenkopfes auch hier fest am Platz.
Beachten sollte man allerdings folgendes: Wenn ein Helm über ein Gitter zur Insektenabwehr in den Lüftungsöffnungen verfügt (wie unser Model im Test), dann muss dieses Gitter an der Stelle an der das Klett durch den Helm geführt wird entfernt werden.
Auch an Alpencrosser die ggf. ihr Bike mehrere Höhenmeter tragen müssen hat Hope gedacht und liefert ein Kopfband mit. Das weiche Band wird an die Kopfform angepasst, der Lampenkopf an der Stirn angebracht und der Akku hochkant am Hinterkopf. Auch hier ist ein problemloses Verstellen des Leuchtwinkels möglich. Das Gewicht des Akkus am Hinterkopf machte sich in unserem kurzen Test nicht negativ bemerkbar, könnte sich aber bei einer Tagestour durchaus bemerkbar machen.

Auf dem Trail:
Als Testgebiet nutzen wir wie so oft unser bekanntes Mittelgebirge im Taunus. Mit einer Vielzahl von Trails, die nachts völlig anders aussehen als tagsüber, haben wir perfekte Möglichkeiten direkt vor der Haustür. Die erste Testrunde beschäftigte sich mit der Ausleuchtung durch die Position am Lenker, welche allerdings für verschlungene, enge Trails absolut nicht die beste Wahl ist. So entschieden wir uns auf der ersten Fahrt für die einfacheren Wege, um Distanz und Leuchtdauer zu überprüfen. Grade auf den Verbindungswegen, die durchaus eine längere Zeit geradeaus gehen, ist die Leuchtkraft der R4 jederzeit mehr als ausreichend. Der mittlere Trailmodus und teilweise sogar der schwache, waren unsere erste Wahl. Diese Einstellung sorgte am Ende auch dafür, dass der Akku unseres Testfahrers vor dem Akku der R4 zur Neige ging. Es ist allerdings auch ein beruhigendes Gefühl, dass man sich um die Haltbarkeit des Akkus während einem Nightride bei mittlerer Leuchtkraft keine Gedanken machen muss.

Der zweite Teil unseres Tests beschäftigte sich dann mit der Montage am Helm selber. Hier kann man das Potential der Lampe am besten nutzen, denn Blickrichtung ist gleich Ausleuchtung des Trails. Selbst verschlungene Trails sind so absolut kein Problem, da man seine normale Blickführung beibehalten kann, jederzeit genug Licht auf dem Trail hat und sich so voll und ganz auf das Fahren selber konzentrieren kann.
Bei der Helmmontage entschieden wir uns aber dann auch bei Schlüsselstellen für die stärkste der 6 Leuchtmodi. Das Ändern der Leuchtkraft selber stellte nach kurzer Eingewöhnungszeit kein Problem dar und man konnte die Lampe der Situation stets schnell anpassen.

Die angegebenen 100 Meter Leuchtweite werden problemlos erreicht
Die angegebenen 100 Meter Leuchtweite werden problemlos erreicht

Mehr Licht bedeutet in diesem Fall dann allerdings auch früher Feierabend. Durch stetiges Wechseln der Leuchtmodi war nach knapp 4.5 Stunden der Akku der R4 am Ende. Ein Wert, der in unseren Augen aber zum einen völlig ausreichend für einen Nightride ist und zum anderen wollten wir es eben lichttechnisch auch wissen.
Der voll entladene Akku benötigt anschließend ca. 6 Stunden um wieder voll aufgeladen zu sein. Eine im Ladegerät verbaute Überwachung sorgt zusätzlich sicher vor einer Überladung des Akkus. Dem nächsten Nightride am folgenden Abend steht also kaum etwas im Wege.

Über die Kapazität informiert jederzeit die Akkuanzeige per Knopfdruck
Über die Kapazität informiert jederzeit die Akkuanzeige per Knopfdruck

Fazit:
Mit einem VK von 255 Euro bietet Hope mit der R4 eine hervorragende Lampe für den Traileinsatz mit sinnvollem Zubehör. Besagtes Zubehör, die Funktion, top Verarbeitung und vor allem der groß dimensionierte Akku, sorgen für eine nahezu unschlagbares Preis/Leistungsverhältnis. Für den Renneinsatz gibt es leichtere Alternativen aus dem gleichen Haus.

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35 Jahre alt, Redaktionelle Leitung und Webdesign. Fährt seit Jahren begeistert Mountainbike und ist überwiegend im Bereich All-Mountain und Enduro/Gravity zu finden. Cycleholix ist sein Baby und wird mit viel Herzblut und Engagement nach vorne getrieben. /// Daten, Fahrstil und Vorlieben: 1,75m Groß, 85kg (fahrfertig). Fahrstil ausgewogen, ab und an verspielt aber dennoch sicher. Vorliebe für anspruchsvollere, teils verblockte Trails und Airtime. Downhill Vorzugsweise im Bikepark, sehr gerne auch in alpinem Gelände unterwegs.

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